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Wenn illegal transportierte Tiere aufgegriffen werden: Landratsamt Passau trägt Hauptlast der Kosten

Meldung vom 07.06.2017 Landrat Franz Meyer erwartet mehr Unterstützung durch Umweltministerium - Autobahn A3 ist Hauptroute der Tierhändler – Bereits 36.000 Euro für Betreuung und Unterbringung der Tiere angefallen

Passau. Der Großteil der illegalen Tiertransporte aus Osteuropa nach Süddeutschland führt über die Autobahn A3. Damit fallen die Aufgriffe der Tiere durch die Polizei in den Zuständigkeitsbereich der Veterinärverwaltung am Landratsamt Passau. „Wir tragen damit bundesweit die finanzielle Hauptlast“, so Landrat Franz Meyer, der jetzt von Umweltministerin Ulrike Scharf sowohl mehr finanzielle Mittel als auch mehr Personal einforderte.

Fast täglich werde in den Medien über die Aufgriffe illegaler Tiertransporte an der Autobahn A3, insbesondere im Bereich der Kontrollstelle Pocking/Rottal Ost, berichtet, so der Landrat in seinem Schreiben an die Ministerin. Diese Aufgriffe fielen in die Zuständigkeit der Veterinärverwaltung am Landratsamt Passau. Meyer: „Die Tiertransportkontrollen und die damit einhergehenden tierschutz- und seuchenrechtlichen Maßnahmen binden ganz erhebliche personelle Kapazitäten bei den Amtstierärzten und verursachen einen hohen Sachkostenaufwand.“ Um für die Polizeikräfte und die Amtstierärzte einen praktikablen und zumutbaren Ablauf zu gewährleisten, sei erst kürzlich am landkreiseigenen Bauhof eine Auffangstation errichtet worden, Kostenpunkt allein dafür 4500 Euro. Insgesamt sind nach einer Aufstellung der Veterinärverwaltung bis dato Ausgaben von rund 36.000 Euro aufgelaufen.

Doch das ist erst eine Zwischenbilanz, denn derzeit befinden sich noch viele Tiere in Quarantäne. Die Kostenaufstellung ist deshalb nicht vollständig, weil insbesondere noch Tierarztkosten und Unterbringungskosten hinzukommen. Der Landrat verweist auf den Umstand, dass die vor allem durch die Grenzkontrollstelle an der A 3 (Pocking/Rastplatz Rottal-Ost) verursachten Personal- und Kostenaufwendungen bei weitem mehr Kosten verursachten, als eine „grenznahe Veterinärverwaltung üblicherweise ohnehin zusätzlich bewältigen muss“. Es sei daher auf Dauer nicht hinnehmbar, dass der Landkreis Passau diese Zusatzaufgabe, die laut Meyer „im Grunde den ganzen Freistaat Bayern betrifft“, vollumfänglich alleine tragen müsse. Der Landrat gegenüber der Ministerin: „Da nicht abzusehen ist, wie lange diese Ausnahmesituation noch andauern wird, fordere ich hier umgehend sowohl personelle Unterstützung als auch finanziellen Ausgleich.“