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Mobilität von Morgen: ImmerMobil im Landkreis Passau

Um den Auswirkungen des demographischen Wandels entgegenzuwirken und um eine bedarfsorientierte und den individuellen Bedürfnissen angepasste Mobilität für alle Landkreisbürgerinnen und –bürger auch in Zukunft zu gewährleisten, sollen im Rahmen des deutschlandweit einmaligen Projektes „Mobilität von Morgen“ landkreisweite, bedarfsorientierte Verkehre, eine Mobilitätszentrale sowie eine intermodale Auskunfts- und Buchungsplattform eingerichtet werden.

Ziel ist es, durch Integration möglichst vieler Verkehrsträger intermodale Mobilitätsketten zu schaffen, die es dem Bürger auch in dünn besiedelten Bereichen des Landkreises ermöglichen flexibel und günstig mobil zu sein.

Einkaufs- und Freizeitfahrten werden dabei ebenso erleichtert, wie die Wege zur Arbeit und zur Ausbildung. Durch die Auswahl unterschiedlicher Verkehrsmittelkombinationen für die Fahrt, beispielweise von zuhause zum Nahversorger, wird dem Bürger eine individuelle Mobilität garantiert.

Durch die Einrichtung einer Mobilitätszentrale wird eine einheitliche Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Passau geschaffen, um Auskunft über die unterschiedlichen Verkehrsmittel und Mobilitätsmöglichkeiten zu erhalten. Gleichzeitig wird durch einen gezielt auf die Mobilitätsbedürfnisse der Bürger ausgerichteten Ausbau des ÖPNV‘s der Nahverkehr zeitgemäß weiterentwickelt, so dass eine nachhaltige Angebotsgestaltung gewährleistet wird.

Das Projekt „Mobilität von Morgen“ im Landkreis Passau wird in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik, der RBO Regionalbus Ostbayern GmbH, der Uni Passau (Centrum für Marktforschung) und dem Informationslogistikunternehmen protime GmbH ausgearbeitet und ist in mehrere Abschnitte bzw. Module aufgeteilt.

Das Projekt begann mit einer konzeptionellen Phase der Planung, basierend auf einer umfassenden, landkreisweiten Haushaltsbefragung im Jahr 2014 (Modul 1).
Erstmals konnten hierdurch die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Passau mit entscheiden, wie die Zukunft des ÖPNV für sie selbst, für die Kinder und Senioren aussehen soll.
Das Ergebnis dieser umfangreichen Datenerhebung wurde insbesondere bei der Planung der zum 01.09.2016 neu eingeführten Rufbus-Linien eingearbeitet.
Das Rufbus-System erfüllt die Aufgabe, dass in den verkehrsschwachen Zeiten und in ländlichen Bereichen des Landkreises ein bedarfsgerechter ÖPNV angeboten werden kann. Das Rufbus-Projekt ist zunächst auf 3 Jahre befristet und wird der Nachfrage entsprechend weiter bedarfsgerecht ausgebaut.
Die in der Haushaltsbefragung und in den Bürgerforen genannten Mobilitätsbedürfnisse ließen vor allem Rückschlüsse auf die kleinräumig differenzierten Erschließungsqualitäten einzelner Verkehrsmittel zu. In Kombination mit den generierten Informationen zur Landkreisstruktur ließen sich daraus Kombinationsmöglichkeiten für die intermodale Auskunftsplattform ableiten.
Außerdem hat sich herausgestellt, dass vor allem das zur Verfügung stehende Angebot an Verkehrsmitteln sowie Stress und zeitliche Vorgaben die Verkehrsmittelwahl beeinflussen. Daher sollte neben dem deutlichen Ausbau flexibler Bedienformen auch eine verstärkte Vernetzung zwischen den Verkehrsmitteln stattfinden.

In einem weiteren Schritt wurden die Programmierung einer intermodalen Plattform sowie seit dem 01.08.2016 der Betrieb einer Mobilitätszentrale aufgenommen (Modul 2). Dabei waren die Ergebnisse aus Modul 1 grundlegend für die Entscheidungen ob und in welcher Form die intermodale Plattform und die Mobilitätszentrale konzipiert wurden.
Durch die Konzeption und Umsetzung in Modul 2 wurde deutlich, in welchem Umfang es sinnvoll ist, weitere Verkehrsmittel, die bislang nicht berücksichtigt wurden, in das System ImmerMobil im Landkreis Passau zu integrieren (Modul 3).

Weiterhin wird innerhalb des Projektrahmens angestrebt, das System mit den in Modul 2 und Modul 3 integrierten Verkehren um eine einheitliche Buchungs- und Abrechnungsfunktion zu erweitern (Modul 4).