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Salvador Dali und seine grandiosen Bilder in der Landkreis-Galerie auf Schloss Neuburg

Erlebten den Start einer außergewöhnlichen Ausstellung: (v.l.) Domvikar Dr. Bernhard Kirchgessner, Uta Rose, Staatssekretär a.D. Dr. Klaus Rose, Ausstellungs-Initiator Dr. Herbert Specht, Landrat Franz Meyer, Kulturreferent Christian Eberle, Rosmarie Meyer und Abteilungsleiter Armin Diewald.

Meldung vom 13.05.2019 Ausstellung aus dem Zyklus „Biblia Sacra“ noch bis 30. Juni geöffnet

Neuburg a. Inn. Der spanische Künstler Salvador Dali hat Weltruhm. Dem Kulturreferenten Christian Eberle ist es erneut gelungen, eine außergewöhnliche Ausstellung auf der Schloss Neuburg für die Öffentlichkeit zu organisieren. Für den exklusiven musikalischen Beitrag war die vierköpfige Bläsergruppe Batava Brass verantwortlich und erhielt dafür viel Beifall.

Zur Eröffnungsfeier der Vernissage am Muttertag begrüßte Landrat Franz Meyer viele geladene und kunstinteressierte Persönlichkeiten. „Dass wir diese Ausstellung heute hier sehen können – und das zum 115. Geburtstag des Malers – verdanken wir in besonderer Weise Pfarrer Dr. Herbert Specht aus Bad Wörishofen, der diese Sammlung mit 62 Werken zu uns auf die Neuburg gebracht hat.“ Die Laudatio war Domvikar Monsignore Dr. Bernhard Kirchgessner anvertraut. Er ist bekannt für seine feinsinnigen und brillanten Reden und spannte den Bogen aus der Zeit von Dali bis heute über die Kirche Notre-Dame in Paris. „Künstlerische Qualität, theologischer Tiefgang und Aussageabsicht gehen in dieser Serie eine kongeniale Verbindung ein und weisen Dalì, das „enfant terrible“ der Surrealisten, als hervorragenden Bibelkenner und als Illustrator par excellence aus.“

Im Anschluss hatten die Besucher der Vernissage die Möglichkeit, einer außergewöhnlichen und respektablen  Führung unter der Leitung von Dr. Specht zu folgen. Weltweit gibt es 1.797 Lithografien von Salvadore Dali. Seine 1964-65 gemalten Bilder zur Bibel sind weniger bekannt als andere Werke. Er war schon 60 Jahre, als er diese Bilder auf die Leinwand brachte. Zu dieser Zeit plagten Dali Geldnöte, deshalb hat er die Copyrights aus diesem Zyklus seinem Freund Giuseppe Albaretto verkauft. Viele Bilder davon hat Dali in Paris gemalt. Es ist bemerkenswert, wie wunderbar dieser Künstler die biblischen Texte in seinen Werken zum Ausdruck bringt. Wie schon Monsignore Kirchgessner festhält, muss Dali ein tiefsinniger Bibelkenner gewesen sein, weil er kleinste Details in seinen Bildern ausgearbeitet hat. Pater Dr. Specht erklärt bei den Bildern „Die Erschaffung der Frau“ oder „Der Sündenfall“, dass „der Mensch die ihm gesetzten Grenzen überschreite“. Auf dem Titelbild der Ausstellung ist „Der Prediger Salomo“ zu sehen. Dali entscheidet sich für die Hauptfarbe violett, die Farbe der Buße und Reue. Überhaupt beeindruckt das Zusammenspiel der verwendeten Farben auf den Kunstwerken. Selbst auf grauen Flächen sind noch kleine Gesichter zu erkennen, die wiederum eine Bedeutung haben. Monsignore Dr. Kirchgessner sieht eine Botschaft in diesen ansprechenden farbigen Darstellungen, „Die Welt ist nicht sich und dem Prinzip Zufall überantwortet, vielmehr ist sie Schöpfung Gottes. Dem Menschen in dieser Schöpfung – einem jeden, ich betone einem jeden Menschen – kommt uneingeschränkte Achtung seiner Würde zu.“ Wer sich die Ausstellung Biblia Sacra von Salvador Dali ansieht, der sollte etwas Zeit mitbringen, denn zu jedem Bild gibt es einen Aushang mit genauer Erklärung des Werkes und der jeweiligen Bibelstelle. Es wird erzählt, dass Dali bei einem Bild seine Frau Gala fragte: „Sag mal, wie schnell wird man dieses Bild wieder vergessen haben?“ Gala soll zu ihm gesagt haben: „Wer dieses Bild gesehen hat, wird es nie mehr vergessen!“ Am Ende ging es wohl den Besuchern auf der Neuburg im Landkreis Passau ähnlich, denn sie waren begeistert von den glanzvollen Erklärungen zu den Bildern.

Geöffnet ist die Ausstellung auf der Landkreisgalerie für Besucher bis 30. Juni 2019 jeweils Dienstag bis Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr.